Son, 20.05.2012. 20:08
Sotschi
Sotschi liegt inmitten eines alten Kulturraumes, in dem sich über Jahrtausende zahlreiche Kulturen ansiedelten. Archäologische Ausgrabungen brachten Artefakte unterschiedlicher Epochen ans Tageslicht: Hier lebten Skyten, Griechen, Byzantiner, Römer, Georgier, Abkhazianer, Genuesen und Türken. Der Name der Stadt geht einem antiken Geschichtsschreiber zu Folge auf die Bezeichnung der Ureinwohner der Schwarzmeerküste zurück: Sagueedy – lateinisch „Sachi“.

Sotschi liegt im südlichen Teil der Region Krasnodar und erstreckt sich als längste Stadt des Kontinentsüber einen 145 km langen Streifen zwischen dem Kaukasischen Hauptgebirge und der Schwarzmeerküste, im Nord-Westen vom Fluss Schepsi bis zum Fluss Psou im Süd-Osten. Sotschi liegt auf der gleichen geographischen Breite wie die Wüste Gobi und die französischen Riviera. Die Fläche der Stadt beträgt 350.600 ha, von denen nur etwas über 25.000 ha bebaut sind. Über 90% des Territoriums nehmen die Berge und Vorgebirge des West-Kaukasus ein, die mit grenzenlosen Laubwäldern bedeckt sind. Mächtige, von weitem zu sehende schneebedeckte Berggipfel schützen die Stadt vor den kalten nördlichen und östlichen Winden und das Meer erwärmt die Küste mit warmer feuchter Luft.

Diese geographische Lage begünstigt das einmalige Klima mediterranen Typs: Die Stadt liegt in den nördlichsten Subtropen der Welt und zugleich in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem (Sotschi zugehörigen) bergklimatischen Komplex Krasnaja Poljana, in dem die Schneedecke bis zu 10 Monate im Jahr bestehen bleibt.

Die Küstenregion Sotschis kennt nur drei Jahreszeiten: Der warme Sommer wechselt auf einen langen, milden Herbst, und der Spätherbst geht in einen frühen Frühling über. Das ermöglicht eine Badesaison von Mai bis Oktober bei Wassertemperaturen von bis zu 28°C.

Verwaltungstechnisch ist Sotschi mit seinen rund 330.000 Einwohnern in vier Bezirke aufgeteilt, die jeder für sich selbstständige Ortsbereiche mit zahlreichen Stadtteilen und Siedlungen darstellen: Sotschi Zentrum, Adler, Chostinski und Lasarewski.

1. Zentralbezirk („Sochi Zentralny“)


Mit rund 130.000 Einwohnern ist Sotschi Zentrum der größte Stadtbezirk, in dem sich der überwiegende Teil des geschäftlichen, kulturellen und touristischen Lebens abspielt. Klima, Flair und Stadtbild beeindrucken so sehr, dass die Stadt auch als „russisches Nizza“ und ihr Strand als „russische Riviera“ bezeichnet werden. Die historischen Hotelbauten und Pavillons, die kurortmäßig gepflegten Parkanlagen, darunter einer der schönsten Orte der Stadt, der „Riviera Park“ und unzählige Statuen und Denkmäler sind eine weitere Attraktion für sich.

2. Bezirk Adler („Adlerski“)


Der südlichste Bezirk ist mit seinem internationalen Flughafen „Adler“ zugleich einer der Hauptverkehrsknotenpunkte der Stadt. 2006 landeten hier rund 1,3 Millionen Passagiere. Nach der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2014 an Sotschi wird der Flughafen ausgebaut, um seine Kapazität zu vervierfachen. Weitere Projekte zum Ausbau der Infrastruktur sollen den Stadtteil Adler mit seinem Flughafen verbessert mit der Skiregion Krasnaja Poljana verbinden und an die Eisenbahn und das Straßenverkehrsnetz anschließen.

Der Stadtteil Adler mit seinem mediterranem Flair, ist dank des milden Klimas, seiner subtropischen Vegetation, des warmen Meerwassers sowie der reichen Heilschlamm-Vorkommen zu einem der beliebtesten Kur- und Urlaubsorte am Schwarzen Meer geworden, von dessen Ständen aus man mit wenig Glück Delfine beobachten kann.

Der für die Winterolympiade 2014 wichtige Stadtteil im Bezirk Adler ist Krasnaja Poljana. Der bislang kleine Ort mit seinen 3.000 Einwohnern wird derzeit zu einem internationalen Skigebiet mit etlichen Eissportstätten, Sesselliften und komfortablen Hotels ausgebaut. Hier wird auch der Standort des zu errichtenden Olympischen Dorfes sein.

Die Skisaison in dem schneesicheren Gebiet dauert von November bis Mai. Wintersportlern stehen zahlreiche Skipisten unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade zur Verfügung, die durch eine faszinierende Bergwelt führen.

3. Bezirk Chosta („Chostinski“)


Mit etwa 250.000 jährlichen Gästen ist der Bezirk Chosta auf Erholung und Kurbetrieb eingerichtet. Eine Reihe von medizinischen Zentren und Sanatorien bieten Kuren mit sulfithaltigen Mineralwässern an, die eine nur in Sotschi zu findende Zusammensetzung besitzen.

Daneben hat der Bezirk aber auch eine Reihe von attraktiven Freizeitmöglichkeiten anzubieten. Der „Dendarium-Park“ ist berühmt für seine Artenvielfalt an Bäumen und Sträuchern. Eine Seilbahn führt zu einer Anhöhe, von der aus der Besucher einen wunderschönen Blick über den Park und die ihn umgebende Landschaft hat. Das Terrarium und das Aquarium Sotschis befindet sich im Ortsteil Mazesta und die Worontsowskij – Höhlen stellen sich als ein sich über 12 Kilometer hinziehendes System aus unterirdischen Gängen und Höhlen dar. Die „Grüne Lunge“ des Bezirks ist der Stadtteil Chosta mit seinen Palmen, Magnolien und Kamelien. Ein historischer Festungsbau ist eine weitere Sehenswürdigkeit.

Die Stadt benötigt Investitionen in medizinische Einrichtungen und balneologische Anstalten sowie Stadions, Skilauftrassen und Eisplätze, Seilbahnen, Tennisplätze, Parkhäuser und Jachthäfen sowie ein gut ausgebautes Verkehrsnetz.

4. Bezirk Lasarewskij


Millionen Touristen besuchen jährlich die schönsten Strände, die Sotschi zu bieten hat: Die "russische Riviera" lädt zum Baden, Tauchen, Segeln und Surfen im Schwarzen Meer ein. Die subtropische Vegetation stellt sich als einzigartige Parklandschaft dar. Hier befinden sich auch die nördlichsten Teeplantagen der Welt, deren Ernte von Teekennern aus aller Welt geschätzt und vor Ort verköstigt wird.

Viele historische Denkmäler sind über den Bezirk verteilt: die Ruine einer mittelalterlichen Kathedrale und uralte steinerne Grabanlagen zeugen von einer Geschichte bis in die Steinzeit zurück.

Das Freizeitangebot reicht von Wanderungen, Reitausflügen und Bergsteigen bis zum beschaulichen Besuch eines idyllischen Lokals, in dem man die Weine der Region probieren kann. Nachtschwärmer finden in Diskotheken ihr Vergnügen.

Die Stadt Sotschi verfügt über eine Vielzahl verschiedenster Kur-, Heil- und Erholungseinrichtungen, Sanatorien, Hotels und Pensionen. Reichhaltige Vorkommen an unterirdischen Mineralwässern verschiedenster Zusammensetzung und große Vorkommen von Heilschlämmen befinden sich in dieser Region. Die Heilschlammlagerstätte Imeretinskoje, die im Bezirk Adler liegt, erstreckt sich über eine Fläche von ca. 400.000 Quadratmetern. Die Vorräte betragen über 2,5 Mio. Tonnen. Die Heilschlämme von Adler verfügen über eine gute Wärmehaltungsfähigkeit und hohe Plastizität. Die bekanntesten Lagerstätten dieser Art befinden sich in Staraja Russa, Chaapsalu und Sadgorod.

Die komfortablen Unterbringungsmöglichkeiten, das attraktive Kurangebot und die warme Sonne, das Meer, schneebedeckte Berge, die reine Luft, die Mineralwässer und Heilschlämme haben Sotschi zur „Hauptstadt der russischen Kurorte“ gemacht.

Sotschi ist eine der attraktivsten russischen Regionen für Investitionen. Der Sanatoriums- und Kurortbereich ist der größte in Russland. In der Stadt sind über 50 % des gesamten Kurortpotentials der Region Krasnodar konzentriert. Nach der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2014 an Sotschi wird die Stadt für Investoren noch interessanter. Alle 13 Sportstätten müssen neben dem Olympischen Dorf in den nächsten Jahren gebaut werden. Dazu kommen u. a. der Ausbau des öffentlichen Regionalverkehrs und der Fernverbindungen sowie Investitionen in den Gastronomie- und Hotelleriebereich. Weiterhin wurden eine Anzahl von Sonderprogrammen vorgestellt. So wurde erst vor kurzem der Ausbau des Hafens von Sotschi als Touristik-Terminal für knapp 400 Millionen US $ angekündigt.

An der Realisierung der vorliegenden Investitionsprogramme im Rahmen der Olympischen Winterspiele können neben Großunternehmen auch mittelständische Unternehmen teilnehmen. Die russischen Auftraggeber suchen Unternehmen, um deren Know-how in die Projekte einzubringen. Im Rahmen der Investitionsprogramme wird es eine Vielzahl von speziellen Gewerken geben, die für Unternehmen mit speziellem Profil interessant sind. Russische Bauunternehmen suchen nach ausländischen Partnern mit entsprechendem Sachverstand, um sich erfolgreich an den Programmen zu beteiligen.

Das Spektrum der Investitionsprojekte ist entsprechend der Aufgabenstellung sehr umfassend. Dennoch können einige Schwerpunkte genannt werden: Straßenbau, Sportstätteninfrastruktur, Abfall- und Abwasserbehandlung, Spezialbau (Hafenbau), Innenausbau (Hotels und Sanatorien), Hochbau (Verwaltungen, Hotels). Daneben gibt es starkes Interesse, die unterschiedlichsten Dienstleistungen internationalen Standards anzupassen und so die Region auf Besucher aus dem Ausland vorzubereiten.