Son, 20.05.2012. 20:08
Novorossijsk
Die 1838 gegründete und heute rund 204.000 Einwohner zählende Stadt Noworossijsk liegt an einem Knotenpunkt internationaler Handelswege und verbindet Russland mit den Mittelmeerländern, dem Nahen Osten, Afrika, Süd- und Südostasien und Nord- und Südamerika. Der 1845 gegründete Hafen von Noworossijsk ist der einzige eisfreie Tiefseehafen im Süden Russlands, der das ganze Jahr über angelaufen werden kann. Gleichzeitig gehört der Hafen auch zu den größten Sehenswürdigkeiten. Von den Landungsbrücken bietet sich ein einzigartiges Panorama über die Stadt, das Schwarze Meer und den Hafen. Ebenfalls sehenswert sind die Svyato-Uspensky Kathedrale und das Kriegsmemorial-Museum.

Von ganz besonderer Anziehungskraft ist der in der Nähe gelegene und berühmte See Abrau. Unter klimatisch optimalen Bedingungen werden in seiner Umgebung, in den der Küste des Schwarzen Meeres vorgelagerten Weingärten, qualitativ hochwertige Reben angebaut. In der Ortschaft Abrau-Dyurso werden diese Rebsorten seit 1870 zu erlesenen Weinen und dem begehrten "russischen Champagner" gleichen Namens verarbeitet. Zur Weinprobe lohnt sich ein Besuch im Weinmuseum.

Noworossijsk ist aber auch ein Bade- und Kurort, der sich unter anderem durch seine exotische Vegetation auszeichnet. Von hier aus sind die Tourismusziele im Nordwesten und Südosten entlang der Küste des Schwarzen Meeres und die Winterurlaubsorte im Kaukasus schnell zu erreichen.

Hauptattraktion aber ist Russlands größter Seehafen mit einem Frachtumschlag von 74 Mio. Tonnen (2004). Bis 2010 soll der Umfang um 27 Mio. Jahrestonnen erhöht werden. Damit gehört Noworossijsk zu den 40 größten See-Umschlagplätzen der Welt. Verladen und umgeschlagen werden Frachtgüter wie Rohöl- und Ölprodukte als die wichtigste Warengruppe sowie Chemikalien, Getreide, Zucker, Eisenerze, Gusseisen und Metallschrott,  Zement, Buntmetalle, Schwarzmetalle, Schnittholz und Container.

In Zukunft will die Hafenbetreibergesellschaft Noworossijskij Morskoi Torgowy Port (NMTP) die Kapazitäten deutlich ausbauen und hat dafür ein über fünf Jahre laufendes Investitionsprogramm für 700 Mio. US $ entwickelt. Dieser Betrag soll bis 2010 in neue Terminals, Straßen- und Schienenanbindungen, Kräne und Lagerhallen investiert werden. Die nötige Hafentechnik kauft das Unternehmen unter anderem in Deutschland ein, z. B. Hebetechnik (Kräne und Gabelstapler) oder Zugmaschinen von MAFI.

Einer der Schwerpunkte des Investitionsprogramms ist der Ausbau des Containerterminals, dessen Kapazitäten von 60.000 auf 350.000 Twenty Foot Equivalent Unit (TEU) pro Jahr steigen soll.