Son, 20.05.2012. 20:09
Urlaub am Schwarzen Meer
Es ist noch nicht lange her, dass der Gedanke an einen Badeurlaub in Russland für westliche Touristen etwas befremdlich gewirkt haben mag. Dabei ist die rund 400 km lange Küste der Region Krasnodar am Schwarzen Meer für russische Urlauber bereits traditionell ein beliebtes Ferienziel.

laubeDie überaus günstige geografische Lage beschert den Urlaubs- und Kurorten Anapa, Noworossijsk, Gelendshik, Tuapse, Sotschi oder Adler – um nur einige der größten und bekanntesten Orte zu nennen – ein z. T. subtropisches Klima mit bis zu 280 Sonnentagen im Jahr und Wassertemperaturen von 28°C. Die Badesaison im wohl prominentesten Kurort, der Stadt Sotschi, dauert von Anfang Mai bis Ende Oktober. Mit gestiegenem Umweltbewusstsein sind regelmäßige Meereswasserkontrollen üblich geworden. Die Ergebnisse werden in den Hotels und anderen öffentlichen Orten ausgehängt und zeigen regelmäßig kristallklares Wasser in bester Qualität an.

Zu dem mediterranen Flair der nördlichsten Subtropen der Welt kommt eine der vielen Besonderheiten, die die Region Krasnodar zu bieten hat: Sommerurlaub an der Küste des Schwarzen Meeres heißt nicht nur Badespaß und sonnen an Sandstränden oder an felsigen Küstenabschnitten. Denn schon von der Küste aus sieht man landeinwärts die schneebedeckten Gipfel des Kaukasischen Vorgebirges, die ohne große Anstrengung von vielen Orten aus schnell und bequem erreichbar sind. So liegt der Winterkurort Krasnaja Poljana, in dem die Olympischen Winterspiele 2014 stattfinden, in unmittelbarer Nähe der Stadt Sotschi – mit 145 km die längste und zugleich am dünnsten besiedelte Stadt Europas - und wartet mit einer bis zu zehn Monaten anhaltenden und befahrbaren Schneedecke auf Besucher.

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts galt die Küstengegend der Region Krasnodar als die „russische Riviera“. Nach Investitionen großer Unternehmen werden die Badeorte zunehmend durch moderne und komfortable Hotelanlagen geprägt. Durch die Sanierung historischer Gebäude und ganzer Stadtviertel in den letzten Jahren, den Ausbau und die Neuanlage von Strandpromenaden und Stadtparks, zeigen die Urlaubs- und Kurorte entlang der Küste des Schwarzen Meeres ihren in die Geschichte zurückgehenden Glanz im Lichte neuer, bunter Farben und können sich mit westlichen Standards durchaus messen. Dazu kommt verstärkt der Neubau weiterer Attraktionen wie Safariparks, Aquaparks, Delphinarien und anderen Vergnügungsparks.

Weniger spektakulär aber höchst angenehm - auch wegen ihres guten Preis-Leistungs-Verhältnisses - sind die vielen neu entstandenen Cafés und Restaurants, in denen internationale Gerichte angeboten werden, in denen man aber auch die europäisch-kaukasisch geprägte regionale Küche kennen lernen kann, die Teehäuser, in denen die in der Region Krasnodar angebauten Teesorten probiert werden können (die Region Krasnodar ist das nördlichste Teeanbaugebiet der Welt) und die vielen Lokale, Bars, und Diskotheken, in denen das Nachtleben stattfindet.

Für den, der mehr als Erholung und Entspannung sucht, bietet die Küste des Schwarzen Meeres eine breite Palette von Möglichkeiten für Aktivurlaub. Zahlreiche lokale Veranstalter bieten: Tauchen, Segeln, Surfen, Jachttouren und Jachtpicknick, Reiten, Jeepsafaris, Angeln auf dem Meer oder an Flüssen und Binnenseen, Dampferfahrten und vieles mehr.

Mehr über Land, Leute, Natur und Geschichte der Region Krasnodar bringen Exkursionen ins Landesinnere. Ortskundige Führer begleiten kleine Touristengruppen auf Bergtouren in die Ausläufer des Kaukasus oder stellen die natürlichen Schönheiten des Landes vor: Botanische Gärten, die üppige und teilweise exotisch anmutende Fauna und Flora mit Resten archaischer Urwälder, unzählige Wasserfälle, Wildbäche, Bergseen und Höhlen.

Urzeitgeschichtlichen Charakter haben Ausflüge zu den in dichten Laub- und Nadelwäldern versteckten Dolmen: 3400 - 4700 Jahre alte Steinbauten, deren einzelne Platten bis zu 30 Tonnen wiegen.